Das Phänomen Glück

Man kann das Leben auf zwei unterschiedliche Weisen leben: glücklich oder unglücklich. Es ist klar, dass man nicht jede Sekunde des Lebens glücklich sein kann (z.B. nach dem Ableben eines geliebten Menschen), denn sonst wäre man sich des Glücklichseins in anderen Lebenssituationen gar nicht bewusst. Doch man kann das eigene Leben so gestalten, dass man es größtenteils glücklich und erfüllt leben kann.

Das Wort „happiness“ kommt vom Wort „hap“ (skandinavisch). Und das Wort „happening“ stammt von derselben Wurzel ab und bedeutet „Geschehen“. Glück ist also etwas, was geschieht. Man kann es nicht erzwingen durch äußere Umstände, aber man kann die inneren Voraussetzungen schaffen und sich empfänglich(er) machen dafür, indem man das Glück nicht länger dort draußen in der Welt sucht, sondern in sich geht (z.B. durch regelmäßige Zentrierung). Das erachte ich als sehr wichtig, denn dadurch lernt man sich selbst besser kennen und weiß, was einen glücklich macht. Denn vielleicht sprechen die Menschen gar nicht von genau dem gleichen Gemütszustand, wenn sie von Glück reden?

Doch viele Menschen verlassen diese Welt, ohne je wirklich und wahrhaftig glücklich und erfüllt gelebt zu haben. Sie sind nie in den pulsierenden Lebensfluss gestiegen. Stattdessen verwechseln sie ein glückliches Leben mit einer Zelle, die aus Streben nach materiellem Reichtum, Sicherheitsgefühl und routinierten Denkstrukturen besteht.

Der Psychiater fragt den Patienten: „Warum sind sie zu mir gekommen? Was fehlt ihnen?“ Der Patient antwortet: „Offen gesagt habe ich keine Ahnung. Mein Hausarzt hat mich an sie überwiesen, nachdem ich ihm erzählt habe, dass ich glücklich verheiratet bin, meine Arbeit liebe, viele Freunde habe, mich nicht um die Zukunft sorge und mit meinen Mitmenschen bestens auskomme.“ Daraufhin blickt der Psychiater den Patienten fassungslos an und fragt: „Oh Gott, wie lange geht das schon so?“

Die Geschichte zeigt, wie verdreht heutzutage alles ist. In dieser Story ist der Psychiater der eigentliche Patient, doch da er das Glück des anderen für unmöglich hält, glaubt er, dass der Mann an einer geistige Krankheit leidet (dabei ist Glück der Zustand der geistigen Gesundheit).

Auf eine gewisse Weise ist Unglück in dieser unserer Gesellschaft etwas Anziehendes. Ein Mensch, der unglücklich ist, wird umsorgt und bemuttert. Man kümmert sich um einen solchen Notleidenden, man spendet ihm Aufmerksamkeit und hat tröstende Worte für ihn. Ein glücklicher Mensch hingegen wird ganz anders wahrgenommen. Oft meidet man glückliche Leute, weil diese einen daran erinnern könnten, wie sehr man sich selbst von einem wirklich glücklichen Leben entfernt hat. Unsere Gesellschaft ist derzeit so beschaffen, dass sie das Unglück mehr achtet, als das Glück.

Bereits in der Religion werden jene „Heiligen“ am meisten verehrt, die am meisten gelitten haben. Je mehr sie gequält wurden oder sich selbst geißelten, je mehr Wunden ihr Körper zeigte und umso mehr Schmerzen sie erduldeten, umso „heiliger“ waren sie.

Es läuft etwas gewaltig schief in unserer Welt. Die Menschen scheinen unbewusst den Glaubenssatz entwickelt zu haben, dass Glück etwas Realitätsfremdes ist und Unglück etwas Gesellschafsfähiges. Glücklichsein ist das Natürliche, das Normale, das Echte. Man sollte nicht fragen: „Warum bist Du happy?“ Man sollte stattdessen fragen: „Warum bist Du nicht happy?“ Denn Unglücklichsein ist das Unnatürliche, genauso wie Gesundheit normal und Krankheit unnormal ist.

Was genau bewirkt das Glücklichsein? Wenn ein Mensch wirklich und wahrhaftig glücklich ist, dann nimmt er das JETZT an, ganz egal, wie es gerade aussehen mag. Dann ist er frei, tief in sich selbst verwurzelt und gehört sich selbst. Glückliche Menschen sind offen fürs Leben, sind unvoreingenommen und lassen sich nicht länger von vorgefertigten Meinungen beherrschen. Sie und folgen einzig und allein ihrem HERZEN.

Und das Wichtigste: Sie sind frei von Angst. Glück und Angst sind zwei unvereinbarte Gefühle. Man kann nicht beides zugleich sein. Wenn man glücklich ist, fängt man unmittelbar an zu leben!!! Solche Menschen geben der Welt eine neue, harmonische Qualität. Und je mehr glückliche Menschen es gibt, umso mehr können wir die Welt genießen und die Welt uns. Man steckt sich gegenseitig an mit Glücksenergie. Wenn wir unsere Freude weiter geben, dann entspringt dieses „weitergeben wollen“ der Liebe. Freude und Liebe gehören somit zusammen.

„Wie wird man unglücklich?“ Ausschlag gebend fürs Unglücklichsein ist das „Nicht-einverstanden-sein-mit-dem-was-ist“. Immer, wenn wir mit dem, was uns das Leben gerade präsentiert, nicht einverstanden sind, leiden wir innerlich. Unser eigener Widerstand befördert uns in die „Unglücks-Zone“. Dabei können wir oft gar nicht wissen, ob das, was ist, aus einer höheren Ebene gesehen, sich später nicht vielleicht genau als richtig für uns entpuppt.

Es gibt unglaublich viele Menschen, die das Glück im Außen suchen. Menschen, die schöne Musik hören, verheiratet sind, köstliche Speisen zu sich nehmen, Sport treiben, steinreich sind, ins Kino oder shoppen gehen – und dabei dennoch zutiefst unglücklich sind. Sie rennen im Außen von einem Erlebnis zum anderen, von einem Vergnügen zum nächsten. Doch es ist kein echtes Glück, was sie dort erleben, es ist alles oberflächlich, ohne echte Tiefe.

„Es gibt Vergnügen und es gibt Glückseligkeit. Verzichte auf das Erste, um das Zweite zu erleben.“ (Buddha)

Vergnügen hängt von etwas Äußerem ab: Von Geld, Sex, Sport, Autos, Rauschmitteln usw. Doch Vergnügungen geben einem nur kurz das Gefühl des Glücks, des Erfülltseins, der inneren Zufriedenheit, das bedeutet, sie bleiben an der Peripherie. Sie hängen zu 100% von äußeren Hilfsmitteln ab und bleiben außen, so dass sie nie GANZ in uns eindringen können, wie es bei echtem Glück der Fall ist. Man wird neurotisch und rennt wie ein Süchtiger von einem Event zum nächsten Kick, von einem Reiz zum nächsten Nervenkitzel.

Wahres Glück hat nichts mit dem Außen zu tun, denn es ist VON NICHTS(!) abhängig. Es ist eine innere Angelegenheit, Glück ist spirituell, es ist eine Herzenssache. Das Paradies ist kein Ort irgendwo im Nirwana, sondern tief in uns drin. Sagen wir uns selbst: Glücklichsein ist kein Ort, kein Mensch, keine Tätigkeit, nein, Glück ist ein Bewusstseinszustand, es ist unsere wahre Natur.

Die vorherrschende Meinung unserer heutigen Gesellschaft von Glück ist jedoch die, dass das Glück von außen kommen muss – dass es einen Auslöser dafür geben muss. Alles andere erscheint unlogisch, zumindest für verstandeshörige Menschen. Doch Glück hängt glücklicherweise nicht von Logik ab. Man kann glücklich sein, ohne einen Grund in der Außenwelt dafür parat zu haben. Es ist wie beim Atmen: Man atmet einfach, ohne darüber nachzudenken.

Glück findet übrigens immer JETZT statt. Nicht gestern, nicht morgen, sondern genau jetzt, in diesem Augenblick.

Das Glück liegt also immer im jetzigen Augenblick und ist frei vom Denken.

"Ich bin offen für absolutes Lebensglück.“

Ihre Dragica Alsalk www.bewusstseinszentrum.de

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